Im März 2023 habe ich auf Ricardo (einer Schweizer Auktionsplattform) eine KTM Duke 200 erstanden. Der Verkäufer beschrieb im Inserat neben Eckdaten wie Baujahr 2012 und einem Kilometerstand von gut 21’000 km den Zustand als gut, es seien aber ein paar Servicearbeiten und ein neuer Hinterreifen notwendig. Da ich Freude daran habe, verschiedene Motorräder auszuprobieren und einfach durchzuführende Servicearbeiten zu machen war mein Interesse geweckt.
Kurzerhand setze ich ein Gebotslimit, gewann tatsächlich die Auktion und erwarb somit diese Einzylindermaschine für gut CHF 1600. Infolgedessen holte ich das Motorrad beim Verkäufer in Dietikon nahe Zürich mit meinem Lieferwagen ab, und konnte einen ersten Blick auf den ungesehen erworbenen Kauf werfen.

Nach dem Anmelden beim Strassenverkehrsamt und einer Probefahrt stellte ich fest, dass das Motorrad wie beschrieben in einem allgemein gutem Zustand war, die Liste der anstehenden Servicearbeiten dennoch etwas länger als gedacht ausfiel. Unter anderem war einer der Gabelholme leicht undicht, und beim Versuch die vorderen, ersatzbedürftigen Bremsbeläge zu ersetzen stellte sich heraus, dass einige der Kolben im Bremssattel klemmten.
Die Liste der To-Dos sah dann so aus:
- Ölwechsel
- Luftfilter ersetzen
- Bremse vorne revidieren
- Bremsscheiben und -beläge vorne und hinten ersetzen
- Gabelsimmeringe und Gabelöl ersetzen
- Kettensatz ersetzen
- Pneu hinten ersetzen
- Benzinfilter ersetzen
Die meisten Ersatz- und Verschleissteile liessen sich leicht auf Amazon und den gängigen Motorrad-Onlineshops finden, ein Reparatursatz für den vorderen Bremssattel war hingegen nicht so leicht zu finden. Schliesslich fand ich einen bei wemoto.com in England, wobei die Lieferung mit einer Wartezeit von ein paar Wochen verbunden war.


Nach Abschluss der oben genannten Arbeiten und einigen weiteren kurzen Fahrten machte sich bemerkbar, dass die Hinterradfederung keine Dämpfungswirkung zu haben schien, zudem waren auf dem Kotflügel unterhalb des Federbeins Ölspuren zu sehen. Offenbar musste irgendwann die Dichtung des Stossdämpfers versagt haben und das Öl trat aus, was auch die fehlende Dämpfung erklärte. Kurze Recherche ergab, dass es günstiger und einfacher war, das ganze Federbein zu ersetzen anstelle einer Reparatur. Auf E-Bay orderte ich ein Neuteil von einem Zulieferer aus Indien, Kostenpunkt ca. CHF 90.

Danach schien mit der handlichen 200er alles in Ordnung zu sein, also meldete ich sie zur in der Schweiz notwendigen periodischen Prüfung “MFK” an. Dies sollte einem erfolgreichen Weiterverkauf dienlich sein. Zum Glück bestand die Duke die MFK im ersten Anlauf ohne weiteren Aufwand.
Kurzes Zwischenfazit: Die kleine KTM liess sich wie erhofft mit einigen einfachen Arbeiten wieder auf Vordermann bringen. Zudem ist sie sehr leicht zu fahren und daher besonders für Einsteiger geeignet. Der Benzinverbrauch belief sich um die 3 l/100 km, zusammen mit günstig verfügbaren Ersatz- und Verschleissteilen ist die Duke daher auch sehr kostenarm zu betreiben. Ein Nachteil der 200er gibt es aber dennoch: mit mehr als 125 Kubikzentimetern Hubraum kann sie nicht mit dem ab 16 Jahren erwerbbaren A1-Führerschein gefahren werden, also greift man wohl besser zu der deutlich leistungsstärkeren 390 Duke.
Als letzen Punkt wollte ich noch die Optik etwas aufhübschen, ebenfalls auf E-Bay fand ich einen Dekorsatz für die Plastikteile der mir gefiel.

Im März 2024 war es dann soweit: ich verkaufte die Duke für CHF 2100 an eine Fahranfängerin, die darin ein leicht zu fahrendes Zweirad für den Einstieg fand. Eine Aufstellung der angefallen Kosten für Ersatzteile und MFK liess erkennen, dass trotz des höheren Verkaufspreises sich kein finanzieller Gewinn erzielen liess. Dies war jedoch auch nicht meine Absicht, vielmehr ging es mir darum meiner Begeisterung für Motorräder aller Art nachzugehen und diese kleine und leichte Einsteigermaschine wieder etwas flott zu machen.